„Was hier alles rumliegt“, sagt ein Kind, „ich habe ganz viel gefunden“, ein anderes. Mit Handschuhen und Eimern sind die Erstklässler an diesem Vormittag am 9. März in Kleingruppen im und rund um den Barfußpfad unterwegs, sammeln alles, was nicht in den Wald gehört. Danach wird nach Glas und anderem Müll getrennt und in Säcke gefüllt, bevor sich alle im Waldklassenzimmer mit einem Vesper stärken. Die 17 Schüler/innen der Klasse 1b der Grundschule Schwann, die von Klassenlehrerin Angela Ryzlewicz und drei weiteren Erwachsenen begleitet werden, finden diesen etwas anderen Unterricht an der frischen Luft gut. Warum? „Weil ich will, dass die Erde sauber bleibt“, erklärt der siebenjährige Lennart.
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Straubenhardt in Kooperation mit dem Pfadfinderstamm Cherusker erneut die örtlichen Schulen angefragt, um Schulklassen in die jährliche Pflegearbeit im Barfußpfad miteinzubeziehen und ganz nebenbei auch einen Lerneffekt zu erzielen. Zwei Schulen mit insgesamt sechs Klassen haben sich zu unserer Freude zurückgemeldet. Vier Termine im März und April wurden daraufhin mit unterschiedlichen Aktionen geplant, so dass die neue Saison im Barfußpfad gut vorbereitet wird. Zusätzlich wird eine Klasse im Rahmen des Unterrichts neue Ersatzschilder bauen. Begleitet werden die Projekte von den Pfadfindern, die sich nicht nur vor Ort bestens auskennen, sondern auch schon oft bei der Instandsetzung mitgearbeitet haben und darüber hinaus viele waldpädagogische Projekte für Kinder anbieten.
Die Schwanner „Bienenklasse“, wie die 1b auch bezeichnet wird, machte im Rahmen des Profils Naturparkschule den Auftakt. Nach ihrem 30-minütigen Fußmarsch zum Barfußpfad wurden sie dort von Johanna Pfrommer von den Pfadfindern begrüßt. Sie erklärte den Kindern nicht nur die Regeln beim Müllsammeln, sondern beantwortete auch unterwegs alle Fragen und suchte mit ihnen verschiedene Bäume. So lernten alle den Naturpfad gut kennen und machten dabei noch ihre ganz eigene Walderfahrung. „Wir hatten einen schönen Schultag mit dem guten Gefühl, einen Beitrag für den Umweltschutz geleistet zu haben“, sagt die Klassenlehrerin. Am 12. und 17. März geht es weiter, wir freuen uns darauf und bedanken uns bei allen Beteiligten!
Am Samstag, den 28.02.26 trafen sich elf Kinder aus Straubenhardt mit Britta und Klaus Faaß am Langenalber Waldspielplatz, um einheimische Wildvögel zu beobachten. Bei dieser Exkursion wurden sie noch von der BUND-Kollegin Antje Schultner aus Keltern begleitet.
Bevor sie gemeinsam zu einer kleinen Wanderung durch Wald und Wiese aufbrachen, wurde mit dem Spiel „Ohren-Spitzer“ die Aufmerksamkeit der Kinder auf das Lauschen und genaue Hören gelenkt. Das Schauen durch Fernglas und Spektiv wurde geübt, denn es ist gar nicht so einfach, einen Vogel mit solchen Beobachtungs -Hilfsmitteln zu erspähen und genau zu sehen.
Danach wurde die vorbereitete Vogelliste gezeigt und Britta und Klaus erklärten, wie man die gesehenen Vögel einträgt, damit am Ende der Veranstaltung keine Art vergessen wird.
Die Kinder bestanden darauf, auch schon die Vögel auf die Liste zu setzen, die vom Treffpunkt aus auf dem Weg zum Waldspielplatz gesehen wurden. So begann die kleine Birdingtour mit Mäusebussard, Star und Haussperling auf der Liste, die noch mit vielen weiteren auf der kleinen Beobachtungstour gefüllt wurde.
Unter anderem konnten Blaumeisen, Grünfinken, Kleiber, Eichelhäher, und verschiedene Drosseln gesehen und manchmal auch nur gehört werden. Die Kinder waren sehr eifrig dabei darauf zu achten, dass auch jeder einzelne Vogel auf der Liste einen Strich bekam. Am Ende waren es 18 verschiedene Arten.
Als die Kinder auf einer Streuobstwiese Bäume mit aufgehängten leeren Dosen sahen, wurde spekuliert, für was diese wohl wären. Das die Dosen Vögel verjagen sollten, war für alle schwer zu verstehen, fanden die Kinder doch gemeinsam heraus, dass Vögel in den Bäumen sogenannte Schädlinge wie den Apfelwickler an ihre Jungen verfüttern und somit auch Helfer der Menschen sind. Auch, dass alles in der Natur miteinander zusammenhängt und man den Rückgang der Singvögel nicht ohne das Insektensterben betrachten kann wurde in den Gesprächen rund um die Dosen thematisiert.
Bevor die Kinder von den Eltern abgeholt wurden, gab es für alle eine Vesper - und Spielrunde auf dem Waldspielplatz. Danach konnten die Kinder die gemeinsamen Beobachtungen in eine eigene Liste übertragen. Dabei halfen die älteren Kinder den jüngeren und alle waren stolz darauf, solch eine Liste mit nach Hause zu nehmen.